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Es grünt so grün - im BioWeingarten

Ein neuer Versuch, die Zwischenstockbegrünung. Als BioWeinbauern ist es unser oberstes Ziel einen gesunden,

humusreichen Boden zu bewahren, damit wir noch viele tolle BioWeintrauben ernten dürfen.

Wie wir das machen? BEGRÜNUNG ist das Schlagwort!

Sowohl im Weinbau als auch im Obstbau handelt es sich um Mono-Dauerkulturen. Das bedeutet wir pflanzen auf einer Fläche einen relativ hohen Anteil einer Pflanzenart an. Im Gegensatz zum Ackerbau, hier ist die Fruchtfolge ein Kernelement der biologischen Wirtschaftsweise, ist ein wechseln der einzelnen Kulturen im Weinbau im Jahrestakt nicht möglich. Um eine Nährstoffbalance im Boden zu erhalten, sähen Ackerbauern jedes Jahr eine andere Kultur am Feld an, da jede Frucht andere Nährstoffe benötigt und wieder unterschiedliche Stoffe an den Boden abgibt, wird dadurch eine Balance im Boden erzielt. Jedoch beim Wein wird ein Stock gesetzt, trägt nach ca. 3-4 Jahren das erste Mal Trauben und wird in unserem Fall ca. 45 - 50 Jahre alt. Fruchtfolge ist hier dann doch etwas schwer.

 

Aber wie können wir dann Vielfalt und Bodenvitalität erhalten? Hier lautet unser Kredo "Begrünung". BioWeingärten müssen verpflichtend begrünt werden. Das bedeutet, alle 5 Jahr lockern wir den Boden in der Fahrgasse zwischen den Rebstockreihen und bereiten ein Saatbett, in welches wir bestes biologische Saatgut einsehen. Meistens handelt es sich um eine mehrjährige Mischung aus Kräutern, Kleesorten und Roggen. Von Frühling bis Herbst blüht diese Begrünung, immer eine andere Komponente davon. Die Vorteile der Begrünung sind,

  • dass einerseits Kräuter und Klee den Boden  mit ihren Wurzeln lockern und vor allem der Klee Stickstoff in den Boden bringt, also düngt.
  • Zusätzlich lieben Insekten aller Art die Begrünung und wir schaffen damit ein harmonisches Ökosystem. Nützlinge fressen Schädlinge und wir benötigen keine Insektizide (Spritzmittel gegen schädliche Insekten).
  • Auch die Wildtiere, wie Sing-Vögel, Hasen, Fasane usw. lieben die Begrünung, weil sie sich darin verstecken können.
  • Außerdem stabilisiert die Begrünung den Boden, was bedeutet, wir stapfen nicht immer im Gatsch herum, wenn wir manuell im Weingarten arbeiten.
  • Sowieso sind wir davon überzeugt, dass die Begrünung auch Wasser speichert und der Weingarten in heißen Jahren somit nicht so schnell in Trockenstress gerät.

Bodenbegrünung und was noch?

 

Alleine die Fahrgassenbegrünung war uns aber noch nicht genug. Wir haben im Jahr 2018 begonnen den Zwischenstockbereich (Bereich der sich zwischen den Rebstöcken im Drath-Rahmen befindet, siehe Foto) zu begrünen. Aber nicht einfach wild wachsen gelassen, denn das würde Nebenkräuter anziehen, welche wiederum anfällig dafür sind Pilzsporen zu sammeln. Wir haben uns für Dost entschieden. Dost ist eine wilde, mehrjährige Majoran-Art und wirkt antiseptisch. Der Vorteil daran ist:

  • dass der Dost, weil er sehr wüchsig ist, die Nebenkräuter verdrängt, aber im Gegensatz zu diesen niedrig bleibt.  Nebenkräuter sind in der biologischen Landwirtschaft die Unkräuter, weil im Bioprinzip jede Pflanze Sinn macht und keine Unart ist :)
  • Auch der Dost blüht wunderschön und lockt viele Insekten an.
  • Er hat den guten Effekt, dass sich keine Pilzsporen in ihm sammeln, welche dann die Trauben befallen würden. Im Gegenteil sogar, er hält sie fern, was wiederum unseren Einsatz von Schwefel und Kupfer reduziert (die beiden wichtigsten und zugelassenen Pflanzenschutzmittel in der Biolandwirtschaft. Sie bleiben auf der Blattoberfläche und wirken nicht systemisch, also gehen sie nicht in den Saftfluss der Pflanze. Dadurch sind sie auch abwaschbar und außerdem nicht giftig für den Menschen).
  • Zusätzlich schmeckt Dost auch ähnlich wie Majoran und dieser ist ein absolut burgenländischer Allrounder. Wir ernten ihn teilweise und trockenen ihn fürs Würzen unserer Speisen.

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Kommentare: 2
  • #1

    ilse hirschmann (Sonntag, 02 Mai 2021 10:32)

    Liebe Julia und lieber Julia-Gefährte / leider habe ich den Namen wieder vergessen /

    danke für eure Info vom aktuellen Tun in euren Weingärten. Mich hat vor allem der Dost überrascht und erfreut - weil bei mir kommen an mindestens zehn Plätzen im Garten diese unkomplizierten Pflanzen heraus. Falls ihr Ableger braucht, steche ich gerne was ab!

    Und danke für euren guten Wein, der mein / unser Leben bereichert!
    Liebe Sonntagsgrüße von Ilse Hirschmann

  • #2

    Julia Klampfer (Dienstag, 04 Mai 2021 08:25)

    Hallo Frau Hirschmann!

    OH, wir haben erst gerade wieder 180 Bio-Pflanzerl aus Oberösterreich "importiert". Insofern habe jetzt wohl vorerst genügend, aber wenn wir Nachschub brauchen, weiß ich an wen ich mich wenden kann.
    Die sind eine richtige Augenweide für die Bienen, wenn sie blühen!

    Mein Gefährte ist der Robert :)

    Liebe Grüße,
    Julia